Am Messetag ist der Energiebedarf sichtbar: Stände leuchten, Lüftung arbeitet, Gastronomie versorgt Besucher. Weniger auffällig sind die Tage davor und danach. Aufbau, Probeläufe, Reinigung und Abbau gehören jedoch ebenfalls zum Verbrauch eines Messestandorts.
Für eine verlässliche Planung reicht deshalb der Blick auf einzelne Veranstaltungstage nicht aus. Der gesamte Kalender muss berücksichtigt werden, damit die erwartete Energienutzung realistisch eingeschätzt werden kann.
Die Nutzung vollständig beschreiben
Veranstaltungstage und Vorbereitungszeiten unterscheiden
Eine belastbare Planung unterscheidet Veranstaltungstage, Vorbereitungszeiten und Leerstand. Zusätzlich verändert die Art einer Messe den Bedarf.
Maschinenpräsentationen, Kühlung oder umfangreiche Veranstaltungstechnik lassen sich nicht allein über Besucherzahlen abbilden. Unterschiedliche Veranstaltungen können deshalb trotz ähnlicher Besucherzahlen sehr verschiedene Verbrauchsmuster erzeugen.
Veranstaltungskalender und Verbrauch verbinden
Betreiber sollten deshalb Kalender und Verbrauch gemeinsam betrachten. Welche Veranstaltungen sind verbindlich? Welche Flächen bleiben geöffnet? Welche Technik läuft auch ohne Gäste?
Diese Informationen helfen, eine erwartete Jahresmenge mit nachvollziehbaren Annahmen zu hinterlegen. Dadurch wird deutlich, wie sich die geplante Nutzung auf den Energiebedarf auswirken kann.
Vertrag und Veranstaltungsplanung zusammenführen
Beschaffungsmodell an den Messebetrieb anpassen
OPTUMs Beratung für Unternehmenbetont eine zum Betrieb passende Beschaffung. Für Messe- und Kongressstandorte ist daran die Verbindung von Planung und Vertragsmodell interessant.
Schwankender Bedarf verlangt eine genauere Betrachtung als ein pauschaler Vergleich von Arbeitspreisen. Die besonderen Betriebszeiten und unterschiedlichen Veranstaltungsformate sollten bei der Beschaffung berücksichtigt werden.
Vertragsbedingungen vor dem Abschluss prüfen
Vor dem Abschluss sollten Mengenabweichungen, Preisumfang und Laufzeit verstanden sein. Ein neuer Veranstaltungsschwerpunkt kann außerdem eine spätere Überprüfung nötig machen.
Technische Anschlussfragen bleiben dabei eine eigene Aufgabe und müssen mit den zuständigen Fachleuten geklärt werden. Der Liefervertrag und die technische Infrastruktur sollten daher nicht miteinander verwechselt werden.
Auslastung mit angemessener Vorsicht fortschreiben
Bestätigte Veranstaltungen von Erwartungen trennen
Ein besonders erfolgreiches Messejahr ist nicht automatisch die sichere Grundlage für die nächste Periode. Terminverschiebungen, andere Hallenbelegung und neue Ausstellerkonzepte können den Bedarf verändern.
Sinnvoll ist deshalb eine Planung, die bestätigte Veranstaltungen von erwarteten Buchungen unterscheidet. Dadurch lässt sich besser erkennen, welche Annahmen bereits belastbar sind und wo noch Unsicherheit besteht.
Verantwortlichkeiten für Änderungen festlegen
Für die wichtigsten Abweichungen sollte ein verantwortlicher Ansprechpartner benannt sein. Werden Annahmen aktualisiert, muss der neue Stand auch im Einkauf ankommen.
Damit bleibt die Beschaffung mit dem Kalender verbunden. Änderungen werden nicht nur im Veranstaltungsmanagement erfasst, sondern können auch bei der weiteren Energieplanung berücksichtigt werden.
Spätere technische Änderungen berücksichtigen
Diese Abstimmung ist besonders wertvoll, wenn große Veranstaltungen früh geplant werden, ihre konkrete technische Nutzung aber erst später feststeht und sich bis dahin noch wesentlich verändern kann.
Wenn sich beispielsweise die benötigte Veranstaltungstechnik oder die Nutzung einzelner Hallen verändert, sollte diese Information zeitnah in die Planung einfließen.
Den Energiebedarf regelmäßig aktualisieren
Monatliche Abstimmung etablieren
Für die interne Abstimmung genügt häufig eine kurze monatliche Aktualisierung. Wichtig ist, dass abgesagte oder veränderte Veranstaltungen denselben Weg in die Planung finden wie neue Buchungen.
Nur dann bleibt der erwartete Bedarf aktuell. Eine regelmäßige Aktualisierung verhindert, dass der Energieplan ausschließlich auf einem einmal erstellten Jahreskalender basiert.
Änderungen nachvollziehbar dokumentieren
Neben neuen Veranstaltungen sollten auch Verschiebungen, Absagen und Veränderungen der geplanten Nutzung dokumentiert werden. So lässt sich später nachvollziehen, warum sich die erwartete Energiemenge verändert hat.
Eine klare Dokumentation erleichtert außerdem die Kommunikation zwischen Betrieb, Veranstaltungsplanung und Einkauf.
Energieplanung als Teil des Messebetriebs verstehen
Einen gemeinsamen Kalender verwenden
Der beste Ausgangspunkt ist ein gemeinsamer Kalender von Betrieb und Einkauf. Dort werden energetisch relevante Veränderungen festgehalten, bevor Angebote angefragt werden.
So entsteht eine gemeinsame Informationsgrundlage, auf der die weitere Beschaffung aufbauen kann.
Beschaffung an der tatsächlichen Nutzung ausrichten
Auf diese Weise begleitet die Beschaffung das Messegeschäft, statt sich ausschließlich an der letzten Jahresrechnung zu orientieren.
Der gesamte Veranstaltungskalender, geplante Nutzungszeiten und relevante Änderungen werden in die Betrachtung einbezogen. Dadurch kann der Energiebedarf nachvollziehbarer geplant und regelmäßig aktualisiert werden.
Fazit
Messehallen benötigen eine Energieplanung, die nicht nur die eigentlichen Veranstaltungstage betrachtet. Aufbau, Probeläufe, Reinigung, Abbau und Leerstandszeiten gehören ebenfalls zur Nutzung eines Messestandorts.
Ein gemeinsamer Kalender von Betrieb und Einkauf schafft eine praktische Grundlage. Wenn bestätigte Veranstaltungen, erwartete Buchungen und spätere Änderungen regelmäßig aktualisiert werden, bleibt die Planung näher am tatsächlichen Messebetrieb.
So wird die Energiebeschaffung zu einem Bestandteil der Veranstaltungsplanung und kann Veränderungen berücksichtigen, bevor sie zu einem Problem für die weitere Planung werden.
